Klar im Kopf und fair auf dem Wasser
Wind, Wasser, Weite – Fehmarn ist ein Traumrevier für alle, die nicht gern stillsitzen. Damit das so bleibt, braucht es keine Regeln mit Trillerpfeife, sondern ein bisschen Köpfchen von allen.
Hier kommen sieben goldene Grundsätze für alle, die auf der Insel mit Board, Foil oder Paddel unterwegs sind:
💙 1. Die Natur war zuerst da.
Fehmarn ist nicht nur Surfspot, sondern auch Zuhause für Kiebitze, Strandläufer & Überwinterungsgebiet für Enten aus Sibirien. Wer ständig gestört wird, zieht sich zurück – und das müssen wir vermeiden. Also: bitte deutlichen Abstand halten zu Vogelansammlungen auf dem Wasser, Brutplätzen und Schilfgürteln. Direkt an der Küste und auch an den Seen.
🧠 2. Seegras ist kein Deko.
Was wie Algen aussieht, ist oft viel wichtiger als es scheint:
Seegraswiesen (meist Zostera marina) wachsen am Boden und sind Mini-Kindergärten für Fische, Krabben und Muscheln. Wer sie unachtsam schädigt, vernichtet Lebensraum.
Algen (meist grüne oder braune Schlieren im Wasser) treiben frei herum und nerven ebenso wie das braune Zeug Tang (z. B. Blasentang), das sich am Ufer sammelt – beides nervig im Neo, aber solange ihr es nicht esst, ist es meist harmlos (gut, von diesen fiesen Blaualgen im Hochsommer mal abgesehen …)
→ Wenn’s fest verwurzelt aussieht: bitte nicht reinsteigen, abreissen und umlaufen.
🛶 3. Starte da, wo’s vorgesehen ist – nicht da, wo der Parkplatz am nächsten ist.
Die ausgewiesenen Start- und Landezonen an den verschiedenen Spots gibt’s nicht zum Spaß. Wer quer über die Düne läuft oder mitten im Naturschutzgebiet losfährt oder anlandet, riskiert mehr als nur schiefe Blicke.
Faustregel: VOR der Nutzung des Spots schlau machen. Meist sind clevere Schilder mit Spotbeschreibungen, Warnungen und Empfehlungen an den Spots zu finden. Auch wir Locals sind immer gern auskunftsbereit!
Achtet auch beim Downwinder darauf, dass ihr euch aus den Naturschutzgebieten deutlich raushaltet – auch wenn die Wellen noch so gut aussehen! Ihr habt da nix zu suchen!
🤝 4. Rücksicht ist das neue Cool.
Du bist nicht allein auf dem Wasser. Nicht jeder kann foilen, springen oder halsen wie du. Muss auch nicht. Wer auf Anfänger schimpft, hat vergessen, wie’s war, als er das erste Mal den Kite mit verdrehten Leinen gestartet hat.
🚦 4a. Verkehrsregeln gelten auch auf dem Wasser – kein Witz.
Hier die Basics, die man einfach draufhaben muss:
- Backbordbug vor Steuerbordbug (rechte Hand in Fahrtrichtung = Vorfahrt)
- Lee vor Luv (der unter dem Wind fährt, hat Vorfahrt)
- Muskelkraft vor Segelkraft – Wellenreiter und SUPer haben Vorrang
- Schwimmer, Segler und Boote haben grundsätzlich Vorrang vor Kites & Windsurfern
- In Wellenzonen: Einer pro Welle reicht völlig.
🏖️ 4b. Badezonen sind tabu – auch wenn’s leer aussieht.
In der Hauptsaison (Mai–September) gilt: Finger weg von Badezonen.
Als Kiter mindestens 70 Meter Abstand zu Badenden sind Pflicht. Und keine wilden Starts am Kinderspielplatz – auch wenn der Wind dort gerade perfekt durchkommt.
🧼 5. Nimm deinen Müll mit. Und wenn’s geht, auch den vom Vorgänger.
Klingt banal. Ist es auch. Aber leider nötig. Kabelbinder, Verpackungsreste, abgerissene Leinenstücke – all das macht sich im Meer nicht gut. In der Tasche schon.
🧭 6. Du bist kein Gummiboot.
Wer ab 6 Bft aufs Wasser geht, sollte wissen, was er tut – oder gute Leute mit Rescue-Möglichkeit an Land haben. Kalt, kabbelig, Strömung: Fehmarn kann anspruchsvoll sein. Das ist super für Könner – solange du weißt, wann’s genug ist.
Und ja, 45 Minuten epischer Drift bei ablandigem Wind zählen offiziell nicht als Heldentat. Frag mal die Jungs und Mädels von der DGzRS.
🧘♂️ 7. Tief durchatmen. Und genießen.
Du bist draußen. Du bist frei. Mach was draus. Wer locker bleibt, kommt besser voran – und öfter zurück. Fehmarn ist groß genug für alle, wenn jeder ein kleines bisschen mitdenkt.
⚓ Danke, dass du Rücksicht nimmst – auf Natur, andere Menschen und dein eigenes Karma.
Denn gute Spots sind wie gute Freundschaften: Man pflegt sie. Man ruiniert sie nicht durch Ego-Trips und Rücksichtslosigkeit.
Gutes Revier. Guter Vibe. Bleibt so – dank dir.
Danke für’s Mitmachen, Euer WSF-Team!
